Kurz gesagt: In unserer Auswertung hat Zermatt/Breuil-Cervinia (Hauptland Schweiz) die längste zusammenhängende Abfahrt mit 14,4 Kilometern und 2.202 Höhenmetern, gefolgt von Parsenn mit 13,6 Kilometern. Die Werte sind eigene Berechnungen aus OpenStreetMap-Pistenlinien und eher Untergrenzen, offizielle Angaben der Bergbahnen können länger ausfallen.
Wer nach der längsten Skiabfahrt fragt, bekommt je nach Quelle ganz verschiedene Antworten. Mal zählt eine einzelne Piste, mal eine Route über mehrere Pisten, mal wirbt ein Gebiet mit einem Rekord, der sich nicht nachrechnen lässt. Wir haben für 170 Skigebiete ab 20 Pistenkilometern in Deutschland, Österreich, der Schweiz und angrenzenden Regionen nachgerechnet, wie lang die längste zusammenhängende Abfahrt tatsächlich ist. Hier steht, wie wir gezählt haben, welche Gebiete vorn liegen und was die Zahlen Dir für die Planung sagen.
Was bei uns als Abfahrt zählt
Unsere Zahl beschreibt die längste Abfahrt am Stück über mehrere Pisten, nur bergab. Wir verbinden die Pistenlinien aus OpenStreetMap so, wie Du sie fahren würdest: Du startest an der Bergstation und folgst Pisten, die sich berühren, ohne zwischendurch einen Lift zu nehmen. Daneben führen wir pro Gebiet die längste einzelne Piste und die Piste mit den meisten Höhenmetern.
Drei Einschränkungen sind wichtig:
- Es sind eigene Berechnungen aus OpenStreetMap-Daten, keine Betreiberangaben. Die Rechenwege stehen auf der Seite Methodik.
- Ziehwege und Lücken in den Daten können eine Abfahrt in zwei Teile zerlegen. Deshalb sind unsere Werte eher Untergrenzen.
- Offizielle Angaben der Bergbahnen sind oft länger, weil sie andere Routen, Skirouten oder Verbindungswege einrechnen. Solche Werte nennen wir hier nicht, weil wir sie nicht einzeln bei den Betreibern geprüft haben.
Das Hauptland eines Gebiets nennen wir nach unserem Feld Land. Reicht ein Gebiet über eine Grenze, so wie Zermatt/Breuil-Cervinia bis nach Italien, steht es trotzdem unter einem Hauptland.
Abfahrt ist nicht gleich Abfahrt
Das Wort wird unterschiedlich benutzt. Die Schweizer Richtlinien der SKUS bezeichnen als Abfahrt eine gelb markierte, nicht präparierte Schneesportfläche, während präparierte und nach Schwierigkeit eingestufte Strecken dort Pisten heißen. In diesem Ratgeber meinen wir mit Abfahrt die Strecke, die Du über verbundene Pisten ohne Liftfahrt zurücklegst. Welche Strecken zählen, bestimmt die Erfassung in OpenStreetMap, und dort kann eine Strecke anders eingetragen sein, als der Betreiber sie einstuft. Wie die Farben Pisten einstufen, erklärt unser Ratgeber zu den Pistenfarben.
Die zehn längsten Abfahrten
Die Tabelle zeigt die zehn Gebiete mit der längsten zusammenhängenden Abfahrt. Teilgebiete eines Verbunds lassen wir weg, damit dieselbe Strecke nicht doppelt auftaucht. Zahlen mit gleicher Länge sind auf eine Nachkommastelle gerundet.
| Gebiet | Hauptland | Abfahrt (km) | Höhenmeter | Pistenkilometer im Gebiet |
|---|---|---|---|---|
| Zermatt/Breuil-Cervinia | Schweiz | 14,4 | 2.202 | 208 |
| Parsenn | Schweiz | 13,6 | 2.011 | 81 |
| Belalp | Schweiz | 12,5 | 1.760 | 40 |
| Grindelwald/Wengen (Kleine Scheidegg/Männlichen) | Schweiz | 12,0 | 1.454 | 88 |
| Unterbäch/Eischoll | Schweiz | 11,6 | 1.200 | 38 |
| Laax | Schweiz | 11,6 | 1.758 | 152 |
| Sölden | Österreich | 11,4 | 1.862 | 103 |
| See | Österreich | 10,8 | 1.530 | 33 |
| Silvretta Arena Ischgl/Samnaun | Österreich | 10,5 | 1.510 | 163 |
| 4 Vallées (Verbier/La Tzoumaz/Nendaz/Veysonnaz/Thyon) | Schweiz | 10,3 | 1.220 | 175 |
Sieben der zehn Plätze gehen an Gebiete mit Hauptland Schweiz, drei an Österreich. Auffällig ist, dass die Länge kaum mit der Gebietsgröße zusammenhängt: Belalp (40 Pistenkilometer), Unterbäch/Eischoll (38) und See (33) liegen vor viel größeren Gebieten. Entscheidend ist, ob sich vom höchsten Punkt eine durchgehende Linie bis ins Tal ziehen lässt. Insgesamt kommen 16 der 170 Gebiete auf mindestens 10 Kilometer, der Median über alle Gebiete liegt bei 6,65 Kilometern.
Zusammengesetzte Abfahrten
Bei vielen Gebieten ist die längste Abfahrt keine einzelne Piste, sondern eine Kette. Unterbäch/Eischoll führt als längste einzelne Piste die Ginalsstrasse mit 2,3 Kilometern, die längste zusammenhängende Abfahrt kommt aber auf 11,6 Kilometer. Im Median über alle 170 Gebiete ist die längste Abfahrt am Stück etwa 1,9 Mal so lang wie die längste einzelne Piste. Wenn also ein Pistenplan eine Abfahrt von zehn Kilometern verspricht, solltest Du mit mehreren Pisten rechnen, die verschiedene Farben haben können. Was die Farben bedeuten, erklärt der Ratgeber zu den Pistenfarben.
Die längsten einzelnen Pisten liegen deutlich darunter:
| Gebiet | Hauptland | Längste Piste | Länge (km) |
|---|---|---|---|
| Wildhaus | Schweiz | Piste 14 Galferroute | 8,2 |
| Parsenn | Schweiz | Piste 21 Kreuzweg/Klosters | 7,2 |
| Ski amadé | Österreich | Piste B21 Skiweg | 7,1 |
| Les Portes du Soleil | Frankreich | Ripaille/Grand Paradis | 7,0 |
| Pitztaler Gletscher | Österreich | Notwegabfahrt | 6,6 |
Die Piste B21 Skiweg taucht auch im Teilgebiet Ski Gastein auf. Wir zählen sie in der Tabelle nur beim Verbund. Wildhaus ist ein Sonderfall: Die Galferroute führt über 1.377 Höhenmeter und ist damit auch die Piste mit den meisten Höhenmetern in unseren Daten.
Steil oder lang: das Gefälle der Abfahrt
Teilst Du die Höhenmeter durch die Kilometer, bekommst Du ein grobes Maß für das durchschnittliche Gefälle. Über alle 170 Gebiete liegt der Median bei etwa 154 Höhenmetern je Kilometer. Zermatt/Breuil-Cervinia kommt auf 153, Parsenn auf 148 und Sölden auf 163. Die langen Rekordabfahrten sind im Schnitt also nicht steiler als die Mitte der Gebiete, sie haben nur sehr viel Strecke. Steiler im Durchschnitt sind kürzere Abfahrten. Unter den Gebieten mit mindestens fünf Kilometern am Stück führt Glacier 3000 (Schweiz) mit 239 Höhenmetern je Kilometer auf 5,8 Kilometern und 1.384 Höhenmetern, gefolgt von Flumserberg (Schweiz) mit 236, Axamer Lizum/Muttereralm (Österreich) mit 229 und Skipisten Titlis Bergbahnen (Schweiz) mit 224.
Das ist ein Mittelwert über die ganze Abfahrt. Einzelne Abschnitte können deutlich steiler sein. Welche Farbe die Pisten der Kette haben, steht im Pistenplan des Betreibers.
Die meisten Höhenmeter am Stück
Wer weniger auf Kilometer als auf Höhenunterschied achtet, bekommt eine andere Reihenfolge. Zermatt/Breuil-Cervinia führt auch hier, danach rücken Gebiete nach, die steiler abfallen.
| Gebiet | Hauptland | Höhenmeter | Abfahrt (km) |
|---|---|---|---|
| Zermatt/Breuil-Cervinia | Schweiz | 2.202 | 14,4 |
| Parsenn | Schweiz | 2.011 | 13,6 |
| Sölden | Österreich | 1.862 | 11,4 |
| Zillertal Arena | Österreich | 1.826 | 9,0 |
| Hochzillertal-Hochfügen | Österreich | 1.781 | 8,4 |
| Saas Fee | Schweiz | 1.763 | 10,1 |
| Belalp | Schweiz | 1.760 | 12,5 |
| Laax | Schweiz | 1.758 | 11,6 |
Die Zillertal Arena und Hochzillertal-Hochfügen schaffen mehr als 1.700 Höhenmeter auf Strecken unter zehn Kilometern, die Abfahrt ist dort also im Schnitt steiler als bei Belalp. Eine Abfahrt mit 1.800 Höhenmetern bedeutet vor allem eines: Deine Oberschenkel sind lange unter Last. Plane Pausen ein und nimm Dir nicht vor, die Strecke ohne Halt zu fahren.
Drei Rekordgebiete im Vergleich
Hinter den Spitzenwerten stehen sehr unterschiedliche Gebiete. Zermatt/Breuil-Cervinia (Hauptland Schweiz) reicht von 1.559 bis 3.872 Metern, hat 208 Pistenkilometer und eine Schneesicherheits-Wertung von 8,5. Parsenn liegt zwischen 1.000 und 2.811 Metern mit 81 Kilometern und einer Wertung von 7,7. Sölden (Hauptland Österreich) deckt 1.346 bis 3.245 Meter ab, hat 103 Kilometer und eine Wertung von 8,6. Bei der Eignung fallen die Profile auseinander: Sölden erreicht bei den Anfängern 7,4, Zermatt/Breuil-Cervinia nur 3,5 und Parsenn 3,8. Die Familien-Wertung liegt bei allen dreien zwischen 8,9 und 9,4, die Könner-Wertung zwischen 5,7 und 6,6. In Zermatt/Breuil-Cervinia und am Parsenn bekommst Du mit einer langen Abfahrt also nicht automatisch viel leichtes Gelände.
Nach Ländern sortiert
Lange Abfahrten gibt es auch außerhalb der beiden Spitzenländer. Die jeweils längste Abfahrt je Hauptland sieht so aus:
| Hauptland | Gebiet | Abfahrt (km) | Höhenmeter |
|---|---|---|---|
| Schweiz | Zermatt/Breuil-Cervinia | 14,4 | 2.202 |
| Österreich | Sölden | 11,4 | 1.862 |
| Frankreich | Les Portes du Soleil | 8,4 | 937 |
| Italien | Schnalstal | 7,5 | 1.195 |
| Deutschland | Kleinwalsertal-Oberstdorf | 7,2 | 1.392 |
Der deutsche Spitzenwert liegt bei 7,2 Kilometern und 1.392 Höhenmetern, entsteht aber im Verbund Kleinwalsertal-Oberstdorf, der Gebiete beider Länder verbindet. Garmisch-Classic kommt auf 6,4 Kilometer und 974 Höhenmeter, Sudelfeld/Bayrischzell und Balderschwang liegen bei je 3,9 Kilometern. Eine Übersicht der deutschen Gebiete findest Du im Ratgeber.
So nutzt Du die Zahlen
Eine lange Abfahrt ist nicht automatisch gut für alle. Prüfe vor der Planung drei Punkte:
- Schnee im Tal: Eine Talabfahrt ist nur so lang, wie unten Schnee liegt. Der tiefste Punkt des Gebiets steht in den Gebietsdaten, die Schneesicherheit als Wertung von 0 bis 10 ebenfalls. Künstliche Beschneiung ist in unserer Wertung nicht eingerechnet.
- Offener Betrieb: Ob die komplette Strecke befahrbar ist, entscheidet an jedem Tag der Betreiber. Der aktuelle Pistenbericht ist verbindlich, unsere Zahl ist es nicht.
- Dein Können: Die Könner-Wertung bezieht drei Punkte je 1.000 Höhenmeter der längsten Abfahrt ein. Je größer der Höhenunterschied, desto stärker geht das in die Wertung ein.
In der Gebietsübersicht kannst Du Gebiete nach Pistenkilometern und Eignung vergleichen, auf der Karte siehst Du, wo sie liegen.
Häufige Fragen
Wo ist die längste Skiabfahrt der Alpen?
In unserer Auswertung liegt Zermatt/Breuil-Cervinia vorn mit 14,4 Kilometern und 2.202 Höhenmetern am Stück. Es ist eine eigene Berechnung aus OpenStreetMap-Daten, offizielle Angaben können abweichen.
Wie lang ist die längste Skiabfahrt in Deutschland?
Nach unserer Rechnung 7,2 Kilometer im Verbund Kleinwalsertal-Oberstdorf (Hauptland Deutschland) mit 1.392 Höhenmetern. Garmisch-Classic folgt mit 6,4 Kilometern.
Warum nennt skifahren.net kürzere Werte als die Bergbahnen?
Wir zählen nur zusammenhängende Pisten bergab aus OpenStreetMap. Ziehwege und Datenlücken können eine Abfahrt teilen, offizielle Angaben rechnen oft Skirouten oder Verbindungswege mit.
Ist die längste Abfahrt auch die längste Piste?
Meist nicht. Die längste Abfahrt am Stück führt über mehrere Pisten und ist im Median etwa 1,9 Mal so lang wie die längste einzelne Piste eines Gebiets.
Quellen
- SKUS: Schneesportanlagen, Richtlinien für Anlage, Betrieb und Unterhalt (Ausgabe 2025) (Stand Ausgabe 2025, abgerufen 25.10.2026)
- OpenSkiMap (Pistendaten aus OpenStreetMap, Lizenz ODbL) (Stand Datenstand Oktober 2026)
- skifahren.net, eigene Auswertung (Stand Oktober 2026)