Kurz gesagt: Gletscherskigebiete liegen so hoch, dass sie als Erste in die Saison starten: Pitztaler Gletscher und Kaunertaler Gletscher (beide Hauptland Österreich) beginnen laut Betreibertermin am 26. September 2026, Sölden folgt am 5. Oktober. Ob eine Gletscherzone nutzbar ist, entscheidet am Ende der Betreiber mit seinem Pistenbericht.
Die Skisaison beginnt in den Alpen früher, als der erste Schnee im Tal fällt. Ab Ende September öffnen die ersten Gletscherskigebiete, und wer nach einem langen Sommer wieder auf Ski stehen will, hat im Oktober tatsächlich Auswahl. Dieser Ratgeber zeigt, welche Gebiete in unseren Daten für 2026/27 früh starten, wie hoch sie liegen und was die Termine bedeuten. Die Zahlen stammen aus unserer eigenen Auswertung, die Saisontermine übernehmen wir von den Betreibern.
Was ein Gletscherskigebiet ausmacht
Ein Gletscherskigebiet hat Pisten, die ganz oder teilweise auf einem Gletscher liegen. Das bringt zwei Eigenschaften mit: eine große Höhe, bei der Schnee früher liegen bleibt, und eine Saison, die weit vor dem Winter im Tal beginnt. Wir haben in unseren 170 Gebieten kein Merkmal „Gletscher“ hinterlegt. Wir behandeln deshalb zwei Gruppen getrennt: Gebiete, die „Gletscher“ im Namen führen oder Glacier heißen, und weitere hoch gelegene Gebiete mit frühem Saisonstart. Für diese zweite Gruppe haben wir nicht einzeln geprüft, ob ihre Pisten auf Eis liegen.
Zur ersten Gruppe gehören sechs Gebiete: Pitztaler Gletscher, Kaunertaler Gletscher, Mölltaler Gletscher, Stubaier Gletscher, Hintertuxer Gletscher (alle Hauptland Österreich) und Glacier 3000 (Hauptland Schweiz). Sie liegen zwischen 21 und 47 Pistenkilometern groß und erreichen höchste Punkte zwischen 2.931 und 3.424 Metern.
Saisontermine im Überblick
Die Tabelle zeigt, wann die frühen Gebiete 2026/27 öffnen. Termine übernehmen wir nur von der Website des Betreibers. Bei drei Gebieten haben wir keinen Termin, das steht dann als „kein Termin“. Die Spalte Einordnung sagt, ob „Gletscher“ im Namen steht.
| Gebiet | Hauptland | Einordnung | Pistenkilometer | Höchster Punkt (m) | Saisonstart 2026/27 | Schneesicherheit (0 bis 10) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Pitztaler Gletscher | Österreich | Gletscher im Namen | 32 | 3.424 | 26.09.2026 | 9,1 |
| Kaunertaler Gletscher | Österreich | Gletscher im Namen | 30 | 3.107 | 26.09.2026 | 9,6 |
| Sölden | Österreich | hoch gelegen | 103 | 3.245 | 05.10.2026 | 8,6 |
| Skipisten Titlis Bergbahnen | Schweiz | hoch gelegen | 42 | 3.040 | 10.10.2026 | 6,8 |
| Mölltaler Gletscher | Österreich | Gletscher im Namen | 21 | 3.084 | 23.10.2026 | 8,3 |
| 4 Vallées (Verbier/La Tzoumaz/Nendaz/Veysonnaz/Thyon) | Schweiz | hoch gelegen | 175 | 3.301 | 31.10.2026 | 7,3 |
| Zermatt/Breuil-Cervinia | Schweiz | hoch gelegen | 208 | 3.872 | 01.11.2026 | 8,5 |
| Glacier 3000 | Schweiz | Gletscher im Namen | 22 | 2.931 | 07.11.2026 | 9,2 |
| Stubaier Gletscher | Österreich | Gletscher im Namen | 47 | 3.208 | kein Termin | 9,0 |
| Hintertuxer Gletscher | Österreich | Gletscher im Namen | 47 | 3.245 | kein Termin | 9,0 |
| Saas Fee | Schweiz | hoch gelegen | 49 | 3.556 | kein Termin | 9,4 |
Heute, am 25. Oktober 2026, liegen die Termine von Pitztal, Kaunertal, Sölden, Titlis und Mölltal bereits hinter uns. Der Saisonstart ist der geplante Beginn des Betriebs. Wie viele Lifte und Pisten dann laufen, veröffentlicht der Betreiber.
Insgesamt haben 120 unserer 170 Gebiete einen veröffentlichten Termin für 2026/27, zehn davon öffnen bis zum 14. November. Darunter sind auch KitzSki (höchster Punkt 1.993 Meter) und Bödele (1.439 Meter). Ein früher Termin allein macht also noch kein Gletscherskigebiet. Mehr zum Saisonbeginn aller Gebiete findest Du im Ratgeber.
Wie hoch die Gebiete beginnen
Die Höhe sagt auch, wie viel Talabfahrt es gibt. Je höher der tiefste Punkt der Pisten, desto kleiner ist der Höhenunterschied im Gebiet.
| Gebiet | Tiefster Punkt (m) | Höchster Punkt (m) | Höhenunterschied (m) |
|---|---|---|---|
| Kaunertaler Gletscher | 2.175 | 3.107 | 932 |
| Mölltaler Gletscher | 2.103 | 3.084 | 981 |
| Saas Fee | 1.780 | 3.556 | 1.776 |
| Pitztaler Gletscher | 1.728 | 3.424 | 1.696 |
| Stubaier Gletscher | 1.692 | 3.208 | 1.516 |
| Glacier 3000 | 1.545 | 2.931 | 1.386 |
| Hintertuxer Gletscher | 1.500 | 3.245 | 1.745 |
| Sölden | 1.346 | 3.245 | 1.899 |
Beim Kaunertaler und beim Mölltaler Gletscher beginnen die Pisten erst auf mehr als 2.100 Metern. Der tiefste Punkt des Kaunertaler Gletschers liegt nur 38 Meter unter dem höchsten Punkt des größten deutschen Gebiets. Dafür fehlt dort eine lange Talabfahrt: Die längste Abfahrt am Stück misst im Kaunertal 5,9 Kilometer, im Mölltal 4,6 Kilometer. Sölden dagegen startet bei 1.346 Metern und hat fast 1.900 Höhenmeter Spielraum. Wer im Herbst Abfahrten über 10 Kilometer sucht, findet sie in den Daten bei Pitztaler Gletscher und Sölden.
Die frühen Gebiete im Kurzvergleich
Der Pitztaler Gletscher hat 32 Pistenkilometer und die längste Abfahrt am Stück unter den Gletschergebieten mit Datum, nämlich 10,2 Kilometer. Der Kaunertaler Gletscher (30 Kilometer, nach unseren Daten teilweise in Italien, Hauptland Österreich) hat die höchste Schneesicherheits-Wertung der ganzen Liste. Sölden ist mit 103 Kilometern das größte der frühen Gebiete und verbindet hohe Anfänger- und Familienwerte. Skipisten Titlis Bergbahnen (Schweiz, 42 Kilometer) kommt bei den Familien auf 9,3. Der Mölltaler Gletscher ist mit 21 Kilometern das kleinste, aber bei den Könnern mit 7,6 ordentlich bewertet. Glacier 3000 (Schweiz, 22 Kilometer) öffnet als letztes der Gletschergebiete mit Termin, hat dafür die volle Könner-Wertung von 10.
Höhe und Schnee: was unsere Wertung zeigt
Unsere Schneesicherheits-Wertung reicht von 0 bis 10 und setzt sich aus der mittleren Pistenhöhe, der Schneehistorie von Dezember bis März und der Hangausrichtung zusammen. Die hohen Gebiete liegen vorn: Kaunertaler Gletscher erreicht 9,6, Saas Fee 9,4, Glacier 3000 9,2 und Pitztaler Gletscher 9,1. Sölden kommt auf 8,6, Zermatt/Breuil-Cervinia auf 8,5.
Diese Wertung bildet Dezember bis März ab, nicht Herbst. Sie sagt Dir, wie schneesicher ein Gebiet im Hochwinter ist, nicht, wie die Bedingungen Ende September sind. Künstliche Beschneiung ist in der Wertung nicht eingerechnet. Für den Herbst zählt der Pistenbericht des Betreibers. Alle Rechenschritte stehen auf der Seite Methodik.
Zum Vergleich: Das höchste Gebiet mit Hauptland Deutschland in unseren Daten, Kleinwalsertal-Oberstdorf, endet bei 2.213 Metern. Alle sechs Gebiete mit Gletscher im Namen liegen mehr als 700 Meter darüber.
Welche Abfahrten Dich erwarten
Die Höhenlage bedeutet auch lange Abfahrten ins Tal, soweit die Pisten offen sind. Nach unserer Rechnung kommt der Pitztaler Gletscher auf 10,2 Kilometer und 1.687 Höhenmeter am Stück, Sölden auf 11,4 Kilometer und 1.862 Höhenmeter. Der Stubaier Gletscher schafft 8,9 Kilometer, der Hintertuxer Gletscher 7,4 Kilometer. Das sind Untergrenzen aus OpenStreetMap-Daten, mehr dazu in unserem Ratgeber zu den längsten Abfahrten.
Wie sich die Gebiete unterscheiden, zeigt die Eignung:
| Gebiet | Anfänger | Familien | Könner |
|---|---|---|---|
| Sölden | 7,4 | 8,9 | 5,7 |
| Saas Fee | 6,7 | 9,6 | 3,3 |
| Kaunertaler Gletscher | 6,4 | 7,2 | 6,2 |
| Stubaier Gletscher | 6,3 | 8,7 | 6,3 |
| Hintertuxer Gletscher | 5,6 | 9,0 | 3,9 |
| Glacier 3000 | 5,6 | 6,0 | 10,0 |
| Mölltaler Gletscher | 3,7 | 6,7 | 7,6 |
| Pitztaler Gletscher | 4,1 | 8,2 | 3,8 |
In dieser Tabelle haben Sölden und Saas Fee die höchsten Anfänger-Wertungen, Glacier 3000 erreicht bei den Könnern die volle Punktzahl von 10. Bei fünf der acht Gebiete liegt die Familien-Wertung bei 8,2 oder höher. Sie zählt leichte und mittlere Pisten zusammen.
Wie weit die Termine auseinanderliegen
Zwischen dem ersten und dem letzten Termin der acht Gebiete mit Datum liegen 42 Tage: vom 26. September bis zum 7. November 2026. In dieser Zeit wechselt der Betrieb von zwei kleinen, sehr hohen Gebieten auf den Gletschern zu mittelgroßen Gebieten wie Sölden und Titlis und schließlich zu den großen Skiregionen wie Zermatt/Breuil-Cervinia und den 4 Vallées. Wer nur wenige Pistenkilometer sucht und früh dran sein will, wählt Pitztal oder Kaunertal. Wer auf mehr Auswahl Wert legt, wartet bis Anfang November.
Gletscher im Wandel
Wer über Gletscherskigebiete schreibt, kommt am Rückgang der Gletscher nicht vorbei. Das Schweizer Gletschermessnetz GLAMOS meldet für das Jahr 2025 einen Verlust von 3,0 Prozent des Eisvolumens der Schweizer Gletscher und stellt fest, dass seit 2015 ein Viertel des Volumens verloren ging. Der Bericht betrifft die Schweiz. Für Österreich haben wir keine eigene Quelle ausgewertet, und wie sich der Rückgang auf den Betrieb einzelner Skigebiete auswirkt, bewerten wir hier nicht.
Das prüfst Du vor der Buchung
- Termin beim Betreiber: Der Saisonstart kann sich verschieben. Schau kurz vor der Anreise in den Pistenbericht und prüfe, ob der Termin noch gilt. Wir übernehmen Termine nur von der Betreiberseite und nennen keinen, wenn dort keiner steht.
- Offene Pisten: Frage nach der Zahl der offenen Lifte und Pisten statt allein nach dem Starttag. Zum Auftakt ist erfahrungsgemäß nicht das ganze Gebiet in Betrieb, das ist eine Faustregel und kein Wert aus unseren Daten.
- Ausrüstung: Auf über 3.000 Metern ist es kälter, als das Tal vermuten lässt. Pack warm.
- Eignung: Sieh in die Tabelle oben, bevor Du ein Gebiet allein nach der Höhe wählst.
Alle Gebiete mit Termin und Eignung vergleichst Du in der Gebietsübersicht, die Lage zeigt die Karte.
Häufige Fragen
Welche Gletscherskigebiete öffnen 2026 als Erste?
Pitztaler Gletscher und Kaunertaler Gletscher (Hauptland Österreich) starten laut Betreibertermin am 26. September 2026, Sölden folgt am 5. Oktober und Skipisten Titlis Bergbahnen (Schweiz) am 10. Oktober.
Wie hoch liegen die Gletscherskigebiete?
Die höchsten Punkte der sechs Gebiete mit Gletscher im Namen liegen zwischen 2.931 und 3.424 Metern. Zum Vergleich: Das höchste Gebiet mit Hauptland Deutschland in unseren Daten endet bei 2.213 Metern.
Ist die Schneesicherheit im Herbst so hoch wie in unserer Wertung?
Nicht zwingend. Die Wertung bildet Dezember bis März ab und rechnet Beschneiung nicht ein. Für den Herbst gilt der aktuelle Pistenbericht des Betreibers.
Sind alle Pisten am Saisonstart offen?
Das ist nicht gesichert. Der Termin nennt den geplanten Beginn des Betriebs, welche Lifte und Pisten laufen, veröffentlicht der Betreiber.
Quellen
- GLAMOS: Swiss Glacier Monitoring Network, Annual Report 2025 (Stand Bericht 2025, abgerufen 25.10.2026)
- skifahren.net, eigene Auswertung (Saisontermine der Betreiber, Stand der Daten) (Stand Oktober 2026)