Kurz gesagt: Der Dezember lohnt sich, wenn Du ein hoch gelegenes Gebiet wählst, das früh öffnet, denn vor Weihnachten ist die Schneedecke oft noch dünn. In unseren Daten haben 92 von 135 Gebieten einen offiziellen Termin für 2026/27, 68 davon öffnen bis zur ersten Dezemberwoche. Dafür bekommst Du kürzere Tage und mehr Schatten.
Im Dezember sind die Pisten leerer, die Tage kurz und der Schnee noch dünn. Ob sich der frühe Start lohnt, hängt weniger vom Kalender ab als vom Gebiet: Hochgelegene Skigebiete öffnen früh und halten ihren Schnee, tiefe Lagen kämpfen mit einer dünnen Decke. Dieser Ratgeber zeigt anhand unserer Daten für 135 Gebiete, wann die Saison offiziell beginnt, welche Gebiete im Dezember am verlässlichsten sind und welche Nachteile Du einplanen solltest.
Was für einen Dezember-Urlaub spricht
Der wichtigste Vorteil ist der Andrang. Für unseren Andrang-Kalender werten wir Schulferien und Feiertage aller Bundesländer und Kantone aus, ergänzen einen Saisonverlauf, bei dem der Februar am stärksten ausfällt, und setzen Zuschläge für Wochenenden, Feiertage und die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr an. Die Ampel dazu ist eine Schätzung, keine Zählung. Sie zeigt aber, warum die Wochen vor Weihnachten oft zu den ruhigeren Terminen zählen. Genaueres steht im Ratgeber dazu, wann in den Skigebieten am wenigsten los ist.
Hinzu kommt, dass viele Gebiete im Dezember früh öffnen. Wer flexibel ist, kann Anfang Dezember in einem Gletscherskigebiet fahren und spart sich den Trubel der Hauptsaison. Preise nennen wir hier bewusst nicht, weil sie je nach Betreiber und Datum wechseln. Vergleiche sie direkt beim Betreiber.
Wann die Saison offiziell startet
Wir übernehmen Saisontermine nur von der Website des Betreibers. In unseren Daten finden sich für 92 von 135 Gebieten offizielle Termine für 2026/27. Für 43 Gebiete haben wir keine Angabe. Das bedeutet nicht, dass sie nicht öffnen, sondern dass uns kein Termin vorliegt. Die Tabelle zeigt, wie sich die Termine verteilen.
| Offizieller Saisonstart 2026/27 | Gebiete |
|---|---|
| bis 30. November | 35 |
| 1. bis 7. Dezember | 33 |
| 8. bis 18. Dezember | 12 |
| ab 19. Dezember | 12 |
| keine Angabe | 43 |
Die Mehrheit der Gebiete mit Termin öffnet also bis zur ersten Dezemberwoche. Einige Termine liegen vor dem heutigen Tag: Der Kaunertaler Gletscher und der Pitztaler Gletscher starten laut Betreiber am 26. September, Sölden am 5. Oktober, der Mölltaler Gletscher am 23. Oktober. Einen Überblick zur gesamten Saison findest Du im Ratgeber zum Saisonstart 2026/27.
Wie verlässlich der Schnee im Dezember ist
Ein offizieller Starttermin heißt noch nicht, dass alle Pisten offen sind. Die Forscher Robert Steiger und Bruno Abegg von der Universität Innsbruck haben die Weihnachtsferien eigens untersucht. Ihr Befund für den Ostalpenraum: Die Schneesicherheit ist dort generell geringer als im Rest der Saison. Die Schneedecke ist zu Saisonbeginn noch dünn, und die Bedingungen zur Beschneiung reichen vor Weihnachten nicht überall aus, um den nötigen Schnee zu erzeugen. Die Autoren erwarten, dass sich das im wärmeren Klima eher verschärft. Graubünden schneidet in ihrer Analyse am besten ab, an den Alpenrändern wie Oberbayern und dem Allgäu ist das Risiko höher.
Das passt zu unseren Daten. Unsere Schneesicherheit ist eine eigene Berechnung aus Höhenlage, Schneehistorie und Hangausrichtung auf einer Skala von 0 bis 10. Gebiete mit einer Wertung ab 7,5, die laut Betreiber schon im November öffnen, sind für den Dezember die sicherste Wahl.
| Gebiet | Land | Höchster / tiefster Punkt | Schneesicherheit | Saisonstart |
|---|---|---|---|---|
| Sölden | Österreich | 3.245 m / 1.346 m | 8,6 | 05.10.2026 |
| Glacier 3000 | Schweiz | 2.931 m / 1.545 m | 9,2 | 07.11.2026 |
| Pizol | Schweiz | 2.250 m / 513 m | 7,6 | 20.11.2026 |
| Corvatsch-Furtschellas | Schweiz | 3.296 m / 1.799 m | 9,0 | 21.11.2026 |
| Grindelwald-Wengen | Schweiz | 2.394 m / 938 m | 8,0 | 21.11.2026 |
| Zinal-Grimentz | Schweiz | 2.873 m / 1.552 m | 8,4 | 21.11.2026 |
| Silvretta Arena Ischgl-Samnaun | Österreich | 2.868 m / 1.352 m | 8,1 | 26.11.2026 |
| Adelboden-Lenk | Schweiz | 2.193 m / 1.263 m | 7,8 | 28.11.2026 |
Dagegen gibt es Gebiete, die am 4. oder 5. Dezember starten, aber nur eine niedrige Wertung haben: Brauneck (3,0), Loser-Altaussee (3,3), Laterns-Gapfohl (3,8) und die Skiregion Dachstein West (3,8). Ob dort zum Starttermin alle Pisten laufen, hängt vom Wetter und von der Beschneiung ab. Aus unseren Daten können wir das nicht ableiten.
Kurze Tage, tiefer Sonnenstand
Im Dezember sind die Tage am kürzesten. Für 47 Grad nördlicher Breite ergibt unsere Berechnung am 21. Dezember rund acht Stunden und zwanzig Minuten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, mit einer Mittagshöhe der Sonne von etwa 19,6 Grad. Das ist eine eigene Rechnung nach Standardformeln ohne Berücksichtigung der umgebenden Berge. In engen Tälern fällt die Sonne wegen der Geländeschatten noch später ein und geht früher unter.
Für die Planung heißt das: Du hast weniger Zeit auf der Piste und mehr Schatten an den Nordseiten. Schatten hat auch Vorteile, denn Nordhänge halten den Schnee länger. Wer Sonne sucht, geht in höhere Lagen oder auf Süd- und Westhänge, mehr dazu im Ratgeber zu den sonnigen Pisten. In Tallagen kann im Winter Hochnebel liegen, darüber scheint oft die Sonne. Das ist ein verbreiteter Wettereffekt, den wir hier als Erfahrungswert nennen und nicht als Messwert.
Für wen sich der frühe Start lohnt
Der Dezember eignet sich für Skifahrer, die ruhige Pisten wollen und bei der Gebietswahl flexibel sind. Wer Kinder hat, ist an die Schulferien gebunden. Wie Familien Gebiete und Pisten auswählen, steht im Ratgeber zu Skiurlaub mit Kindern. Für Anfänger kann ein früher Start günstig sein, wenn die Pisten leer sind. Das ist eine Einschätzung und keine Messung.
Weniger geeignet ist der Dezember, wenn Du Wert auf Abwechslung legst. Zu Saisonbeginn sind oft nicht alle Lifte und Pisten geöffnet, und die Auswahl an Abfahrten ist kleiner als im Februar. Das ist keine Aussage über ein einzelnes Gebiet, sondern ein Erfahrungswert aus dem Saisonverlauf.
Wichtig für die Planung ist auch die Frage, wie flexibel Du beim Termin bist. Wer fest für die Weihnachtswoche gebucht hat, trägt das größere Schneerisiko, denn gerade dort sind laut der Innsbrucker Studie die Ausfälle besonders teuer für die Betreiber und die Bedingungen oft noch nicht ausgereift. Wer sich kurzfristig entscheiden kann, wählt das Gebiet nach dem aktuellen Pistenbericht und nicht nach dem Katalog.
Noch ein Wort zum heutigen Datum: Es ist der 25. Oktober, und die Termine in unseren Daten können sich ändern, wenn das Wetter nicht mitspielt. Betreiber verschieben Eröffnungen, wenn es zu warm bleibt oder der Schnee ausbleibt. Verlasse Dich bei einer festen Buchung daher nicht allein auf ein Datum von Anfang Dezember.
Praktische Hinweise
Ein Filter hilft bei der Auswahl: Starte bei den Gebieten mit offiziellem Termin bis Ende November, schaue dann auf die Schneesicherheit ab 7,5 und prüfe zuletzt, ob der tiefste Punkt hoch genug liegt. Unter den 135 Gebieten haben 21 ihren tiefsten Punkt auf 1.500 Metern oder höher. Dort enden die Abfahrten in schneereicheren Zonen, im Dezember ein spürbarer Vorteil gegenüber Gebieten, die bei 600 oder 700 Metern beginnen, wo die Talabfahrt im frühen Winter oft nur mit Kunstschnee oder gar nicht läuft. Der letzte Teil ist ein Erfahrungswert aus der Höhenlage, kein Messwert.
Prüf vor der Buchung, welche Lifte und Pisten tatsächlich offen sind. Der Starttermin allein sagt wenig. Frage nach der Zahl der offenen Lifte und Pistenkilometer, nach der Talabfahrt und nach der Schneehöhe an Berg- und Talstation. Wähle bei Unsicherheit ein Gebiet mit hoher Wertung und frühem Start, und halte eine Alternative bereit. Ein Gletscherskigebiet in der Nähe ist ein guter Plan B, wenn Dein Hauptziel noch nicht voll offen ist.
Die Eckdaten Deines Wunschgebiets findest Du in unserer Gebietsübersicht und auf der Karte. Wie wir Schneesicherheit und Andrang berechnen, steht in der Methodik, weitere Themen im Ratgeber.
Häufige Fragen
Wann starten die Skigebiete in die Saison 2026/27?
Von 135 Gebieten haben 92 einen offiziellen Termin: 35 öffnen bis Ende November, 33 zwischen 1. und 7. Dezember, 24 später. Für 43 Gebiete liegt uns kein Termin vor.
Ist der Schnee im Dezember sicher?
Nicht überall. Nach Steiger und Abegg ist die Schneesicherheit zu Weihnachten generell geringer als im Rest der Saison, weil die Schneedecke noch dünn ist. Hohe Gebiete sind weniger betroffen.
Welche Gebiete sind im Dezember am verlässlichsten?
In unseren Daten Gebiete mit hoher Schneesicherheit und frühem Start, etwa Sölden, Glacier 3000, Corvatsch-Furtschellas und Zinal-Grimentz. Die Werte sind eigene Berechnungen.
Wie lang sind die Tage im Dezember?
Bei 47 Grad Nord sind es am 21. Dezember rund acht Stunden und zwanzig Minuten zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang, nach unserer Rechnung ohne Berücksichtigung der Berge.
Quellen
- Steiger, Abegg: Klimawandel und Skigebiete im Ostalpenraum (Universität Innsbruck, Konferenzbeitrag) (Stand November 2014, abgerufen 25.10.2026)
- skifahren.net, eigene Auswertung (Stand 25.10.2026)